Aktuell: Ausstellung „Damals und heute“ von Nikolaus Rode und Alwina Heinz. Russlanddeutsches Museum.

Scherben sammeln

Ausstellungseröffnung am 28.8.2015 um 18:00 im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold.

Kann aus erlittenem Schmerz etwas Neues entstehen? Ein von Alwina Heinz aufgegriffenes Motiv von Nikokaus Rode

Eine Spiegelung von damals und heute. Ein Künstler und eine Künstlerin, Alwina Heinz, 29-jährig und Nikolaus Rode, der dieser Tage seinen 75sten Geburtstag feiert. Er beschäftigt sich in seinem Werk hauptsächlich mit den durch Vertreibungen und Krieg erlittenen Traumata, den Verlusten und der Suche nach Heimat, in ihren Bildern geht es viel um Identität, um Wurzeln und um den Unterschied zwischen der Geschichte der Ahnen und dem eigenen Erleben. Vergangenheit und Gegenwart treffen hier aufeinander und bilden einen spannenden Bogen – am Ende steht ein „Austausch über Leid, Akzeptanz und Neuanfang in einem Land, in dem man eigentlich wieder zuhause und trotzdem fremd ist.“

Anlass für diese Ausstellung ist der Beginn der Vertreibungen der Deutschen aus der Wolgaregion am 28. August vor 74 Jahren.

28. August bis 31. Oktober

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Integration: „Du kannst aber gut deutsch“ – Ein Satz mit Missverständnissen

Das hier ist eine kleine Geschichte, die mir persönlich passiert ist. Ich erzähl Sie immer wieder gerne und sie scheint den Leuten zu gefallen.

Nach dem Studium hatte ich ein Internship in Regenstauf.  Jedenfalls habe ich dort einen Gleichgesinnten aus Hamburg getroffen. Er Deutscher, ich Wolgadeutscher. Wir verstanden uns super. Eines Tages fragte er mich, wo ich denn herkam. „Aus dem schönen Süden, genauer gesagt Öhringen in Baden-Württemberg“ antwortete ich. Und seine Reaktion? – „Du kannst aber gut deutsch“

Was in seinen Augen wahrscheinlich ein Kompliment war, war für mich fast schon eine Beleidigung. „Was? Wegen meinem russischen Vornamen?“ – die Gedanken flogen mir kurz durch den Kopf, aber auch eher mit Humor. Hab es dann auf sich beruhen lassen und sofort wieder vergessen.

Die Tage vergingen und wir verstanden uns weiterhin super. Eines Tages tauchte dann eine Frau in unserer Abteilung auf. Mitte zwanzig, dem heutzutage normalen „Outfit für leicht Mollige“*,  rötlich-blonde Haare und einem, immer zu bestehenden, natürlichen Lächeln. Sie war neu. Ihr war natürlich nicht anzusehen woher sie kam, bis die dann den Mund aufmachte.


* Unten eng, Oben locker. z.B. eine enge Hose, die bis über den Bauchnabel reicht oder Leggins mit lockerem Oberteil usw. 


Und wir stellten sofort fest,  sie kommt ebenfalls aus dem Süden. Und plötzlich verstand ich was der „Hamburger“ mit „du kannst aber gut deutsch.“ eigentlich meinte. Jedesmal wenn sie sprach schaute der Hamburger immer wieder hilfesuchend zu mir. Denn die gute Frau redete ausschließlich schwäbisch und wiederholte das Gleiche, empört und jedesmal lauter, wenn jemand sie nicht verstand. Natürlich komplett unbeirrt von der Tatsache, dass sie sich in Bayern befand und mit einem Norddeutschen sprach.

Was für mich selbstverständlich war, vom Schwäbischen automatisch ins Hochdeutsche zu wechseln, war der Frau völlig fremd und ist mir zuvor auch nie aufgefallen, denn ich habe noch nie einen Schwaben außerhalb dessen natürlicher Umgebung gesehen und erlebt.

Mit einem super breiten Grinsen übersetzte ich ihm dann immer wieder was die Frau sagte. Das Grinsen? Die schwaba könna koi deidsch, zumindeschd wenigr als i.

Und ich konnte mich mit mehr deutsch Deutschen verständigen als der deutsch Deutsche aus dem Norden.


Die Saporoger Kosaken schreiben dem türkischen Sultan einen Brief
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Ach ja. Noch etwas interessantes. Das Titelbild ist das Gemälde „Die Saporoger Kosaken schreiben dem türkischen Sultan einen Brief“. Ganz interessant wie diese dem Sultan antworten. Der Text? Hier.

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